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Der „Andere Umgang“


Elternverwaltete Kindergruppen sind Wegbereiter und geben hohe Standards vor

Kindergruppen haben als erstes Betreuungsmodell Kindheit als gleichwertige Lebensphase anerkannt und dadurch in der Praxis den Kindern ermöglicht, sich ihren Bedürfnissen gemäß zu entwickeln. Sie haben Kindern Räume geschaffen, wo sie mit anderen Menschen – Kindern und Erwachsenen – tragfähige Beziehungen aufbauen können.
Kindergruppen sind offen für Veränderungen und Neues. Diese Offenheit kommt allen Beteiligten zugute, den Kindern, den Eltern und den BetreuerInnen.

Was ist eine Kindergruppe?

Elternverwaltete Kindergruppen sind selbstorganisierte Elterninitiativen und sehen das Kind als aktives, kreatives Wesen mit vielfältigen sozialen Bindungs- und Gruppenbildungsfähigkeiten. Die Kindergruppen beschränken sich auf eine überschaubare Größe (höchstens 12 bis 14 Kinder).

Im Gegensatz zum Kindergarten ist der Tagesablauf in Kindergruppen weniger strukturiert, die Kinder haben somit mehr Möglichkeit zu entscheiden, womit sie sich beschäftigen und auseinandersetzen wollen.

Kindergruppen drängen Erwachsenen, Kinder verstehen zu lernen!

Wer mit Kindern zusammenlebt, mit ihnen arbeitet, weiß, dass Kinder in einer kinderfeindlichen, beengten Umwelt aufwachsen. Die gesellschaftliche Realität mit ihrer Ratio und ihren Sachzwängen läßt wenig Raum für die kindliche Neugier. Diese Grenzen zu erweitern ist ein Weg mit vielen mühsamen kleinen Schritten!

Kindergruppen fordern Erwachsene auf, Kindern zu vertrauen!

Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage aller zwischenmenschlichen Beziehungen. Erwachsene müssen jedoch erst wieder lernen, Kindern zu vertrauen. Erwachsene laufen Gefahr, immer schon zu „wissen“, was das Beste fürs Kind ist. Sie laufen Gefahr, Kindern das Vertrauen sofort zu entziehen, sobald diese das Idealbild des Erwachsenen vom Kind verlassen!

Auch Erwachsene lernen in Kindergruppen

  • Wir lernen, auf Dinge anders zuzugehen, uns Zeit zu nehmen, Dinge und Begebenheiten zu beachten, die wir früher gar nicht mehr wahrgenommen haben.
  • Wir lernen wieder, uns mit unserem Körper, mit unserer Mimik verständlich zu machen.
  • Wir lernen wieder zu schauen und zuzuschauen, uns zurückzunehmen und Kindern Platz zu geben.
  • Wir lernen unsere wunden Punkte besser kennen.
  • Wir lernen auch, uns nicht in alles einzumischen, um den Kindern ihre eigenen Lösungen aus ihrer Spiel- und Konfliktsituation finden zu lassen.
  • Wir lernen, Kinder zu achten und ihnen zu vertrauen.
  • Wir lernen unsere eigenen Aus- und Weiterbildungsansprüche Wirklichkeit werden zu lassen, indem wir einen Bildungszyklus erarbeiten und umsetzen.

 

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