PädagogikNachfolgende Abschnitte sollen die Grundzüge und Gedanken einer Kindergruppe widerspiegeln, sowie einen Einblick in eine alternative Kindeserziehung bieten. Dazu gibt es Auszüge aus folgenden einführenden Artikeln, die übrigens in der vollständigen Version im Download-Bereich heruntergeladen werden können:
Manifest der Erwachsenen in selbstorganisierten Kindergruppen (Auszug aus der Zeitschrift BÖE) Kindergruppen sind wichtig und arbeiten hervorragend Kindergruppen ... haben als erstes Modell Kindheit als eine gleichwertige Lebensphase anerkannt und dadurch in der Praxis den Kindern ermöglicht, sich ihren Bedürfnissen gemäß zu entwickeln. Sie haben Kindern Räume geschaffen, wo sie mit anderen Menschen – Kindern und Erwachsenen – Beziehungen aufbauen können, ... Kindergruppen sind offen für Veränderungen und Neues. Diese Offenheit kommt allen Beteiligten zugute, den Kindern, den Eltern und den BetreuerInnen ... Was ist eine Kindergruppe? Kindergruppen sind selbstorganisierte Elterninitiativen ... und sehen das Kind als aktives, kreatives Wesen mit vielfältigen sozialen Bindungs- und Gruppenbildungsfähigkeiten. Die Kindergruppen beschränken sich auf eine überschaubare Größe (höchstens 12 Kinder). ... Im Gegensatz zum Kindergarten ist der Tagesablauf in Kindergruppen wenig strukturiert, die Kinder entscheiden selbst, womit sie sich beschäftigen und auseinandersetzen wollen. ... Kindergruppen drängen die Erwachsenen, Kinder verstehen zu lernen! Wer mit Kindern zusammenlebt, mit ihnen arbeitet, weiß, dass Kinder in einer kinderfeindlichen, beengten Umwelt aufwachsen, dass die gesellschaftliche Realität mit ihrer Ratio und ihren Sachzwängen keinen Raum für die kindliche Neugier läßt. Diese Grenzen zu erweitern ist ein Weg mit vielen mühsamen kleinen Schritten. ... Kindergruppen fordern Erwachsene auf, Kindern zu vertrauen! Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage aller zwischenmenschlichen Beziehungen. ... Erwachsene müssen jedoch erst lernen, Kindern zu vertrauen. Erwachsene laufen Gefahr, immer schon zu "wissen", was das Beste fürs Kind ist. Sie laufen Gefahr, Kindern das Vertrauen sofort zu entziehen, sobald diese das Idealbild des Erwachsenen vom Kind verlassen! ... Auch Erwachsene lernen in Kindergruppen Was wir von Kindern lernen können:
Etwas über die Wiener elternverwalteten Kindergruppen Über dreißig Jahre ist es her, dass in Wien die erste Wiener Kindergruppe gegründet wurde. 1969 wurde die erste Wiener Kindergruppe gegründet. 1976 entstanden mehrere Kindergruppen im heutigen Verständnis; es folgten erste gemeinsame Aktivitäten der Wiener Kindergruppen. 1987 gab es bereits 30 Kindergruppen, deren Anzahl sich bis 1998 auf ca. 43 Kindergruppen erhöhte und sich auch aufgrund der "subventionsmageren" Jahre seit 1999 bis heute (2008) auf 35 eingependelt hat. Kinderanzahl: 10, 15 oder 25? Der wahrscheinlich augenscheinlichste Unterschied der Wiener elternverwalteten Kindergruppen gegenüber anderen Kinderbetreuungseinrichtungen besteht in der kleinen Gruppengröße. ... Mehr Kinder zu betreuen, bedeutet aber mehr, als nur weniger Zeit für jedes einzelne Kind zu haben. Gestresste Betreuerinnen, weniger Platz und vor allem gänzlich andere Umgangsformen zwischen Betreuerln und Kind sind das Ergebnis einer zu hohen Kinderanzahl! Eltern: Mitarbeiten, Mitentscheiden Neben den kleinen Gruppengrößen ist die geforderte Mitarbeit der Eltern ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Wiener Kindergruppen ... Die Eltern der Kinder bilden den Vereinsvorstand, sind für die Finanzen zuständig, putzen, kochen, renovieren. ... Dass dabei auch ein enger Kontakt mit den Betreuerinnen entsteht, ist selbstverständlich. In der Kindergruppe kennt jeder jeden ... und führt dazu, dass es zu einem fließenden Übergang zwischen Kindergruppe und "zu Hause" kommt. Eltern tragen bei: finanziell und mit ihrer Arbeitszeit Die Monatskosten einer Wiener Kindergruppe setzen sich aus den
Personalkosten für die Betreuerinnen, Miete und Betriebskosten
sowie Kosten für Materialien und Spielsachen zusammen. Die
Elternbeiträge sind abhängig von den Öffnungszeiten und
variieren zwischen € 200,-- und € 350,--. Bei einer durchschnittlichen
Öffnungszeit von rund 40 h (8 h/Tag) wird ein durchschnittlicher
Elternbeitrag von rund € 270,-- geleistet. Nicht eingerechnet in die entstehenden Kosten ist die von den
Eltern bereitgestellte Arbeitszeit für Kochen, Putzen,
Instandhaltung der Räumlichkeiten, etc., die monatlich ca. 15 h
pro Eltern(paar) ausmacht.
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